Bau der neuen Krippe für die Pfarrkirche Bramberg-korr

Bau der neuen Kirchenkrippe
für die Pfarrkirche Bramberg
2015
gebaut von Josef und Georg Kirchner
Bramberg, am 16.11.2015
Broschüre zusammengestellt von Georg Kirchner
Fotos von Lois, Pep und Georg Kirchner
Vorgeschichte Planung Bau der Krippe Malen der Rückwand Präsentation Dank
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Aus Schilderung von älteren Menschen war zu erfahren, dass in der Nachkriegszeit ein „Krip-
penberg“ existierte, der in der Weihnachtszeit rechts des Hochaltares aufgebaut wurde. Die-
se Krippe gilt seit den 1960er- oder 1970er-Jahren als verschollen. Über die genaueren Um-
stände war nichts zu erfahren. Die geschnitzten Figuren, die vermutlich aus der Rokokozeit
stammen, blieben erhalten.
Seit dieser Zeit diente eine aus den Teilen eines alten, hohlen Apfelbaumes des Pfarrergar-
tens zusammengestellte „Geburtshöhle“ als Weihnachtskrippe.
Diese Krippe musste jedes Jahr neu aufgebaut werden
Diese als Provisorium gedachte Krippe wurde von den Brambergern sehr geschätzt und war
daher über Jahrzehnte in Verwendung, hatte aber einen gravierenden Nachteil:
Ihre Aufstellung vor Weihnachten war für die Mesnerin Christl Stöckl jedes Jahr mit großem
zeitlichem und personellem Aufwand verbunden. Die Einzelteile mussten immer wieder neu
zusammengestellt werden. Dies war wegen deren Gewicht ohne einen kräftigen Helfer für
die Mesnerin allein nicht zu schaffen. Außerdem war eine große Menge Moos von Nöten,
um die Ritzen zwischen den Baumteilen auszustopfen und den Boden zu belegen. Bei frü-
hem Wintereinbruch war es schwierig, an das Moos heranzukommen. Das feuchte Moos
musste mehrere Tage in einem warmen Raum zum Trocknen liegen bleiben. Die danach auf
dem Krippenboden aufgelegten Moospolster boten den wertvollen Figuren dann keinen si-
cheren Stand mehr, was unweigerlich zu kleinen Beschädigungen durch Stürze der Figuren
führte.
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Seit längerer Zeit nun trug ich, Georg Kirchner, mich mit dem Gedanken, eine auf die vor-
handenen Figuren angepasste neue Krippe zu bauen, damit das jährliche Aufstellen einfa-
cher und schneller zu bewerkstelligen wäre. Im Jahr 2014 unterbreitete ich meine Idee dem
Pfarrgemeinderat, und dieser ermutigte mich zum Bau einer neuen Krippe. Zum Glück hat
der Krippenbau in Bramberg eine lange Tradition und so fiel es nicht schwer, einen Partner
für dieses Vorhaben zu finden.
Im Haus des pensionierten Malermeisters Pep Kirchner steht eine von seiner Frau Brigitte in
einem Krippenkurs gebaute „orientalische“ Krippe, die mir auf Anhieb gefiel. Pep selbst be-
fasste sich seit frühester Jugend mit dem Krippenbau. Er war von der Idee zum Bau einer
neuen Kirchenkrippe begeistert und sagte zu, mit mir gemeinsam die Arbeit in Angriff neh-
men zu wollen. Seine reiche Erfahrung als Malermeister sollte sich dabei als besonders hilf-
reich erweisen.
Zunächst überlegten wir, ob wir uns um Unterstützung an einen bekannten Krippenbauver-
ein wenden sollten. Wir nahmen mit Volgger Peter, dem Obmann des Krippenbauvereins in
Uttendorf, Kontakt auf. Er hörte sich unser Anliegen an und besichtigte mit uns die Krippen-
figuren, um die nötige Größe der Krippe einschätzen zu können. Er sah allerdings keine Mög-
lichkeit, uns beide in die Arbeit einzubeziehen, sondern wollte, dass die Krippe vom Krippen-
bauverein Uttendorf gebaut werde. Als wir erfuhren, was eine Krippe dieser Größenordnung
kosten würde, mussten wir auf die professionelle Unterstützung des Vereins verzichten. So
gingen wir, ganz auf uns allein gestellt, aber mit großer Entschlossenheit, an die Planung. Als
brauchbare Hilfsmittel erwiesen sich einige Fachbücher, die jeder von uns bereits in seinem
Bücherschrank stehen hatte. Als weitere wichtige Ideenquelle diente das Internet.
Skizziertes und fertiges „Bürgerhaus“
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Im Frühjahr 2015 begannen wir mit der Umsetzung des Projekts. Die Standortfrage in der
Kirche war bald geklärt. Die Größe der Grundplatte legten wir mit 260 cm mal 110 cm fest.
Ferdinand Steiner aus Hollersbach baute unter die Grundplatte ein Tischgestell mit Holmen
zum Tragen. Dieses Gestell lieferten wir in die Werkstatt von Kirchner Alois.
Kirchner Alois stellte uns seine Werkstatt für die Zeit des Baues zur Verfügung.
Wir konnten auch seine Werkzeuge und Maschinen verwenden.
Rieder Elisabeth (mit Enkel) übernimmt das Schnitzen zweier Mauern in Heimarbeit, da ihr die tägli-
che Mitarbeit in der Werkstatt aus familiären Gründen nicht möglich ist.
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Mit diesem Erker setzten wir einem bekannten Krippenbauer aus Bramberg ein Denkmal:
Die dabei verwendeten gedrechselten Holzsäulen stammen von Inspektor Peter Egger, dem alten
Dorfgendarmen und einem der eifrigsten Krippenbauer in der Art Xandi Schläffers.
Pep kramte sie aus seiner reich bestückten Krippenbau(trick)kiste hervor!
Die Freude an der Arbeit ist uns beiden anzusehen.
Trotz konzentrierter Arbeit bleibt auch Zeit für manchen Spaß!
Das Stadttor von Betlehem entsteht.
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Alois Kirchner scheint zufrieden mit dem, was in seiner Werkstatt entsteht
Als Pensionisten konnten wir die Arbeit an den Gebäuden zügig vorantreiben, trotzdem dau-
erte es den ganzen April 2015, bis wir alle Bauten, die wir in Skizzen zu Papier brachten, fer-
tigstellen konnten.
Das verwendete Material ist neben Holz hauptsächlich Styropor, wie es für die Wärmedäm-
mung von Wohnhäusern Verwendung findet. Die Vorzüge dieses Materials liegen auf der
Hand:
Neben dem geringen Gewicht zeichnet es sich durch leichte Bearbeitbarkeit mittels Cutter-
messer, Laubsäge oder Raspel aus. Nach einem Grundanstrich haften Putz oder Farbe her-
vorragend.
Die dem Hochaltar zugewandte Seite musste sauber verputzt und bemalt werden, da sie eingesehen
werden kann.
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Am Hang sind Stützmauern nötig, um Fundamente für die Häuser zu schaffen.
Josef und Georg Kirchner stoßen auf den Abschluss der ersten Bauetappe an.
Mit dem Schaltkästchen sind vier Lampen getrennt schaltbar.
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Als nächster Schritt musste die Rückwand vorbereitet werden. Der Tischler Rainer Herbert
nahm Maß, schnitt eine Hartfaserplatte zu und brachte an deren Rückseite Leisten zur Ver-
steifung und Befestigung an.
Bei der Bemalung der Wand war dann das Talent von Malermeister Kirchner Pep gefragt.
Eine etwa zwei Quadratmeter große Fläche musste nach einer gemeinsam erstellten Bleistiftskizze
farblich gestalten werden.
Ausschnitt des Hintergrundbildes
Nach mehrwöchiger Arbeit und manchen kleineren Ergänzungen konnten wir die Rückwand
montieren.
Inzwischen war es Sommer geworden, die Zeit, in der die Stauden und Gräser sprießen, die
für die Bepflanzung der Krippenlandschaft nötig sind. Auch geeignete Fichtenwurzeln galt es
zu suchen, die dann als Bäume Verwendung finden sollten. Kirchner Pep wusste wegen sei-
ner ausgedehnten Wanderungen durch Wälder und auf Berge ganz genau, wo passendes
Material zu finden war. Die Wurzeln für die Bäume fand er unterhalb des Elferkogels, wo vor
etlichen Jahren ein Föhnsturm unzählige Fichten umgeworfen hatte.
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Gesamtansicht der Krippe mit montierter Rückwand und Figuren
Nach etwa einem halben Jahr Arbeit konnten wir die Arbeit an der neuen Kirchenkrippe von
Bramberg abschließen. Zum Gefühl der Erleichterung und des Stolzes über das, wie wir mei-
nen, recht gut gelungene Werk mischte sich aber auch ein wenig Wehmut, weil die Zeit einer
intensiven und erfüllenden Zusammenarbeit zu Ende ging.
Neben den oben Genannten waren noch viele andere am Bau der Krippe beteiligt, sei es
auch nur durch ein anerkennendes Wort bei einem Besuch in der Werkstatt.
Besonders motivierte uns, dass Pfarrer Karl Pöckl unsere Arbeit von Anfang an schätzte. Er
meinte einmal: „Diese Krippe wird bestimmt in den nächsten hundert Jahren vielen Besu-
chern unserer Pfarrkirche Freude bereiten.“
Römischer Wehrturm Verschlossene Tür des Herrenhauses
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Am 13. November 2015 schließlich konnten wir die Krippe im Museum Wilhelmgut in Bram-
berg der Öffentlichkeit vorstellen. Erfreulicherweise übertraf das Besucherinteresse bei wei-
tem unsere Erwartungen.
Georg Kirchner erklärt den etwa 65 Besucherinnen und Besuchern die Arbeit an der Kirchenkrippe.
Die Museumskustodin Waltraud Voithofer(Bildmitte) hat diese Präsentation ermöglicht.
Pep Kirchner (li) berichtet über seine Erfahrungen beim Bau der Krippe.
vl.: Anni Baseli, Martha Schernthaner, Elisabeth Rieder mit Enkel, Brigitte Seifriedsberger,
AmtsleiterFred Nindl, Albert Rieder, Maridl Steiner
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Eva, Vera und Erich Gruber sorgen für die passende musikalische Umrahmung.
vl.: Johanna Kirchner, Gretl Leo, Kustodin Waltraud Voithofer, Rosi Innerhofer, Waltraud Steiner,
Erwin Burgsteiner, Anni Steiner, Hans Bacher-Herrnmühle
vl.: Maria Kirchner, Anni Dotter, Veronika Morawek, Franz Schösser, Anni Blaickner,
Monika Koller (Mittersill), Maridl Schösser, Herta Bacher
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Zu aller erst gebührt ein Dank meinem Krippenbaupartner Josef Kirchner vulgo Maler Pep.
Ohne seine Mithilfe hätte ich es wohl nicht gewagt, dieses große Vorhaben zu beginnen.
Sein Sohn Hannes Kirchner spendete das Baumaterial und die Farben.
Lois Kirchner stellte seine gut eingerichtete Werkstatt zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür!
Seine Frau Loisi unterstützte uns wiederholt mit „gesunder Jause“ und aufmunternden Wor-
ten.
Ferdl Steiner aus Hollersbach legte den „Grundstein“ für die Krippe. Er montierte die 2,60
Meter lange Grundplatte auf ein Tischgestell mit Trageholmen. So kann die ganze Krippe von
2 Mann transportiert werden.
Elisabeth Rieder stellte einen Teil der vielen Mauern in Heimarbeit her.
Ferdinand Maurer spendete ein neues Jesuskind für die Krippe, das er aus Medjugorje mit-
brachte.
Florian Huber, Mittersill, schenkte uns die Schrauben zur Befestigung der Rückwand.
Manfred Nindl und die Gemeindearbeiter waren stets zur Stelle, wenn die Krippe zu trans-
portieren war oder die Biertische für die Präsentation aufgestellt werden mussten.
Waltraud Voithofer und die Mitarbeiterinnen des Museums waren bei der Präsentation zur
Stelle. Die Tische waren zu schmücken, Tee und Kaffee sowie Brötchen wurden vorbereitet.
Anni Dotter, Gitti Kirchner und Johanna Kirchner spendeten Kuchen für das Buffet.
Eva, Vera und Erich Gruber erfreuten uns mit passenden Liedern und Musikstücken.
Die Raiffeisenbank Bramberg mit Direktor Josef Kröll unterstützte unsere Arbeit durch eine
großzügige Spende.
Das Salzburger Bildungswerk druckte kostenlos die Plakate und die Handzettel für die Be-
werbung der Krippenpräsentation im Museum Wilhelmgut. Als Vorsitzender des SBW-
Bramberg war Bürgermeister Hannes Enzinger bei der Präsentation vertreten.